Archiv des Autors: aselmani

Frühling 2020 im Gemeinschaftsgarten – so vieles ist plötzlich anders

Der Garten beginnt zu blühen, viele Wildbienen sind bei uns unterwegs und laben sich an den Frühblühern, wobei sich bei uns die rote Taubnessel, das Märzveilchen und die süßduftende Mahonie, oft als langweiliges immergrünes Gehölz verschmäht, zur Zeit als die wichtigsten Nahrungsquellen erweisen.

Leider bin ich ja immer noch keine Wilbienenexpertin, aber ich meine Pelzbienen und gehörnte Mauerbienen erkannt zu haben.

Unser Gartenkonzept mit der Kombination von nahrungbringenden Pflanzen und Gehölzen und der Installation von ausreichenden, verschiedenen Arten entsprechenden Nistplätzen scheint aufzugehen und es ist eine Freude, dies zu sehen.

Frühling! Was für eine schöne Jahreszeit und wie schwierig ist es für uns Menschen, diese in Jahr 2020 zu Zeiten einer Pandemie, zu geniessen.

Unser Gelände darf nun nur noch von wenigen Mitarbeiter*innen betreten werden und das ist ja auch richtig so, wir alle müssen nun verstärkt auf uns achten und verordnete Sicherheitsmaßnahmen so sorgfältig wie möglich einhalten.

So ist die Gemeinschaftt erst einmal stark zusammengeschrumpft, aber sie besteht weiter und sie funktioniert!
Wir, die wir die Möglichkeit dazu haben, erhalten unseren Garten für die Nachbarschaft und für all die anderen Wesen, die hier ein Zuhause gefunden haben.

Also werde ich an dieser Stelle zukünftig vermehrt online über die Geschehnisse im Garten berichten, damit alle wissen, dass und wie es weitergeht.

Auch wenn uns dieser Virus noch lange beschäftigen wird, irgendwann werden wir wieder einen blühenden Garten für alle haben.

 

Alles will ans Licht!

Das tränende Herz

Großer Schnittknoblauch im Kräutergarten

Die Mariendistel

Die mächtige Engelwurz

Die im Winter gefertigten Starenkästen sind auch aufgehangen und erste Aussaaten wurde getätigt.

Doch davon demnächst mehr.

Herzliche Grüße in die Welt aus dem Gemeinschaftsgarten wachsenlassen in Berlin Tiergarten-Süd.

…und noch öfter als sonst denke ich daran, wie wichtig die Leitsätze der Permakultur sind und wieviel Wahrheit sie enthalten:

  1. Sorge für die Erde
  2. Sorge für die Menschen
  3. Begrenze Konsum und Wachstum – verteile Überschüsse
  4.          

Aktuelle Veranstaltungen und Termine rund ums Saatgut in der Grünen Bibliothek

Viel Freude und gute Beratung hatten alle Teilnehmer*innen auf unserem Aussaatfest am 6.3.2020.

Wir hatten dazu eingeladen, Gemüsesorten, die eine Vorkultur benötigen, für Balkon, Terasse und Garten auszusäen.
Entsprechende Sorten von Tomaten, Chilli, Paprika und Kohl konnten aus der LeihSämerei entnommen werden und unter den gärtnerischen Insidern entwickelte sich zu Beginn der Veranstaltung erst einmal eine kleine Saatgut-Tauschbörse, bei der wahre Schätze an seltenen Gemüse- und Pflanzensorten ans Licht kamen. Wie schön ist es, zu erfahren, dass immer mehr Menschen sich daran gemacht haben, wertvolle, zum Teil vom Aussterben bedrohte Sorten (Ackerrittersporn! Kornrade!) anzupflanzen, Saatgut zu ernten und dadurch zu erhalten. Durch Monokulturen und den damit einhergehenden Arbeitsmethoden von unseren Äckern verbannt, finden sie vielleicht einen neuen Lebensraum in den (Stadt-) Gärten der Welt.

Konzentriert ging es dann ans Aussäen, sorgsam wurde das Saatgut behandelt und die Aussaatschälchen mit entsprechenden Schildern versehen: bloß nichts durcheinanderbringen! Man möchte ja auch später noch wissen, welche Tomatensorte das nun ist, die im Garten oder auf dem Balkon wächst. (Für mich immer wieder eine Herausforderung, da die Schildchen bei uns ein Eigenleben zu führen scheinen.)

Die unterschiedlichen Tomatensorten waren heiß begehrt und es war für jede*n etwas dabei, von der großfruchtigen ‚Reisetomate‘ für den Garten bis zur kleinsten Wildtomate ‚golden current‘, die sicherlich auf jedem sonnigen Balkon ein Plätzchen finden kann.

Nun geht es ans Hegen und Pflegen, damit die kleinen Pflänzchen gut keimen können, bald können sie dann größere Töpfe umgepflanzt werden, bevor sie ihr endgültiges Zuhause im Freiland finden.

Auf eine hoffentlich gute Ernte in der Saison 2020!

Das Aussaatfest war eine Veranstaltung im Rahmen des EFRE-Projektes: ‚Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben‘

Weitere Termine in der Grünen Bibliothek

Bibliothek Tiergarten-Süd,
Lützowstr. 27
10785 Berlin:

Dienstag, den 17.3. um 17.30: Gastvortrag Daniela Wannemacher, BUND:
Neue Gentechniken-alte Bedenken?

Freitag, den 27.3.:16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Stoffmalerei mit Farben aus der Natur II

Diesen Donnerstag, den 12.3., in der Zeit von 16.00 – 18.00 Uhr findet sich noch einmal Zeit, um gemeinsam mit uns das Malen mit Pflanzenfarben auszuprobieren. Wir gestalten die zweite Bahn unseres Vorhangs und möchten dazu eine neue Technik anprobieren, wer möchte, kann uns dabei unterstützen.
Oder ihr bringt einfach eigene (vorgewaschene) Stoffe, Beutel, Tücher mit, um eure eigenen Produkte zu kreieren.

Wo: Kiez Zentrum Villa Lützow, Raum wachsenlassen EG
Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Rückblick I auf das Gartenjahr 2019 im Gemeinschaftsgarten: ein Garten für Menschen und Tiere

Gestaltung eines Gartenbereiches mit offener Kiesdecke und anderen Lebensbereichen für Wildbienen und Insekten

Schon von Anfang an waren wir uns darüber einig, unseren Gemeinschaftsgarten mitten in Berlin so gestalten zu wollen, dass er Lebensräume für Menschen und Tiere bieten würde. Anfang des Jahres 2018 entschlossen wir uns, einen Schwerpunkt auf den Insekten- und Vogelschutz zu legen, alarmiert durch das dramatische Insektensterben weltweit. Wir begannen damals – wie so viele – mit dem Bau eines Insektenhotels, bauten Nistgelegenheiten für Vögel, legten Reisig- und Totholzhaufen an und pflanzten immer mehr – meist gebietsheimische – Stauden und Gehölze, die sowohl Nektar und Pollen für Wildbienen, aber auch Früchte und Samen für Vögel bereit hielten.
In Zeiten des auch in unseren Regionen immer deutlicher spürbar werdenden Klimawandels mit zunehmnend langen Trockenperioden suchten wir zudem nach Lösungen, uns im Garten darauf einstellen zu können. Es konnte einfach keine Lösung sein, bald täglich Wasser in den Garten pumpen zu müssen.

So kamen wir auf die Idee, es mit einer Kiesdecke zu versuchen, die, mit einer darunterliegenden ca. 10 Zentimeter hohen Bodenschicht versehen, nur locker ausgestreut werden sollte, damit Pflanzen sie durchdringen und bewachsen können. Gleichzeitig würde die lockere Kiesdecke auch Schutz und Lebensraum für viele Insektenarten bieten. Gemeinsam mit Mitgärtner*innen, engagiereten Nachbarn aus dem Kiez und Kindergartenkindern und deren Erzieher*innen, die schon lange unseren Garten nutzen, begannen wir, die Fläche vorzubereiten.
In direkter Angrenzung zum Kiesgarten sollten auch noch eine Insektenwand mit Lehm,- Holz- und Steinelementen und ein trockener Lebensraum für Wildbienen, die in Sand- und ähnlichen Brachflächen nisten, entstehen.

          

Ein lustiger Nebenaspekt während der Bauphase war für uns dabei, dass wir von den Anwohnern, denen unser Garten schon immer zu unordentlich und unaufgeräumt gewesen ist, nun endlich einmal wohlwollende Zustimmung erhielten über die schön sauber geharkte Kiesdecke. Abwarten, dachten wir nur bei uns selbst und freuten uns erst einmal über das Lob.

Ein lustiger Nebenaspekt während der Bauphase war für uns dabei, dass wir von den Anwohnern, denen unser Garten schon immer zu unordentlich und unaufgeräumt gewesen ist, nun endlich einmal wohlwollende Zustimmung erhielten über die schön sauber geharkte Kiesdecke. Abwarten, dachten wir nur bei uns selbst und freuten uns erst einmal über das Lob.
Unsere Lehmwand zu errichten, hat zwar viel Zeit in Anspruch genommen (wir wollten ja auch, dass besonders die Kinder daran mitarbeiten können – im Lehm panschen bereitet nicht nur den großen Gärtner*innen viel Spaß), aber wir waren doch alle ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis und hoffen, dass es den Wildbienen ebenso geht, aber erst die kommende Saison 2020 wird zeigen, ab die Lehmwand angenommen werden wird.

An der anderen Seite des Kiesgartens gestalteten wir ein kleines Areal mit einer Brachfläche, die von uns im Wesentlichen vegetationsfrei gehalten wird, mittlerweile haben sich dort Königskerze und Muskatellersalbei niergelassen.
Hier, hoffen wir, wird sich ein kleiner Lebensraum für Wildbienen etablieren, die im Boden nisten.
Wie viele anderen Lebensräume für Wildbienen verschwinden auch solche lebensnotwendigen Brachen und Freiflächen immer mehr aus dem Bild unserer aufgeräumten und ordentlich versiegelten Landschaft.

Im Herbst 2019 hatten wir die grundlegenden Arbeiten in diesem Bereich dann endlich abgeschlossen und zu unserer Freude begannen viele Pflanzen recht schnell, sich diesen Lebensraum zu erobern. Mittlerweile gedeihen einige Sedum-Arten, Tagetes, Vergissmeinnicht, Eisenkraut, gelber Hornklee, Mariendistel, Amaranth und einiges mehr im Kiesbeet, wir sind gespannt, was die nächsten Jahre noch so passieren wird. Und Giessen ist so gut wie gar nicht mehr notwendig.

Besonders einjährige Pflanzen samen sich hier sehr gut aus und es siedeln sich nach und nach auch einheimische Wildpflanzen an.

Und es scheint auch so zu sein, dass sich mehr und mehr Anwohner mit dem ‚unaufgeräumten‘ Aussehen unseres Gartens versöhnen.
Ab dem Frühling entwickelt sich in dem Bereich Kiesgarten eine blühende Vielfalt, die viele Nachbarn zum Verweilen einlädt.

Der ‚aufgeräumte‘ oder ‚unaufgräumte Garten‘: Eben nicht nur eine Frage der Ästhetik.
Die Vielfalt in unserem Garten bedeutet nicht nur Lebensraum für Wildbienen, sondern auch für Menschen.
Ein Gemeinschaftsgarten in der Stadt bedeutet Lebensqualität, es ist ein Ort, an dem wir verweilen und tief durchatmen können und an dem Begegnungen möglich sind.
Solche Ort sind in unseren Städten lebensnotwendig, für uns Menschen ebenso wie für die Tiere, die mit uns leben.

Wir danken der Stiftung anstiftung und dem Umweltamt Berlin Mitte für die finanzielle Unterstützung beim Aufbau dieses Gartenbereiches.

Aussaatfest in der Grünen Bibliothek

 

am Freitag, den 6.3.2020 von 15.30 – 18.00

im Projektraum Grüne Bibliothek

in der Bibliothek Tiergarten-Süd, Lützowstr. 27, 10785 Berlin

Eine Veranstaltung im Rahmen des EFRE-Projekts:
‚Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben‘

Saatgut aus der LeihSämerei und Aussaaterde sind vorhanden oder bringt euer eigenes Saatgut mit – einfache Töpfchen aus Altpapier können selbst vor Ort hergestellt werden – sich austauschen über das grüne Leben im Kiez – für mehr blühende Balkone, Gärten, Hinterhöfe, Baumscheiben und und und…

Der Flyer zum ausdrucken: Aussaatfest 6.3. Flyer

                             https://wachsenlassen.files.wordpress.com/2019/11/efre-bist_ii_projekte_logoleiste-2017.jpg

Termine rund ums Saatgut in der Grünen Bibliothek

 

 

Die LEIHSÄMEREI in der Grünen Bibliothek

 

Aktuelle Termine
SAATGUT-AG und SAATGUT-SPRECHSTUNDE:

Dienstag, den 18.2., 17.30 Uhr: SAATGUT-AG

Freitag, den 28.2., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 17.3., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 27.3., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 21.4., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 24.4., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 19.5., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 29.5., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 16.6., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 26.6., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

 

Die Termine zum ausdrucken: SaatgutVeranstaltung 1. HalbjahrAushang