Archiv des Autors: aselmani

Bienen, Bestäubung und Bürgerwissenschaft in Berlins Gärten

In diesem Jahr nimmt unser Gemeinschaftsgarten teil an dem spannenden und wichtigem Wildbienenprojekt des Museums für Naturkunde Berlin und der TU Berlin, Fachbereich Ökosystemkunde/ Pflanzenökologie.

Alle Informationen zu diesem Projekt finden sich ab sofort unter:

https://www.museumfuernaturkunde.berlin/de/wissenschaft/bienen-bestaeubung-und-buergerwissenschaft-berlins-gaerten

Heilen und Haare färben mit der Weißen Taubnessel

Der Vorfrühling neigt sich dem Ende und in unserem Gemeinschaftsgarten öffnen sich nun die Blüten der Weißen Taubnessel. Sie ist für Hummeln und Wildbienen eine wichtige Erstnahrungspflanze im Frühling und sollte deshalb von uns Menschen erst später geerntet werden. Dafür bleibt auch genügend Zeit, denn ihre Blütezeit reicht bis in den Oktober. Wie ihre Verwandte, die Purpurrote Taubnessel, enthält auch sie viel Nektar, um ihre Bestäuber anzulocken. Auch Kinder saugen gerne den Nektar aus den abgezupften Blüten.
Der lateinische Name Lamium album leitet sich vom griechischen „lamos“ ab, was Schlund oder Rachen bedeutet und wegen der Lippenblüten gewählt wurde, die sich den Insekten wie kleine Mäulchen entgegenstrecken, damit diese bestmöglich hineinkriechen können. So erhielt sie auch den volkstümlichen Namen „Bienensaug“. Der Zusatz „album“ ist lateinisch und heißt „weiß“.
Verwendung und Heilwirkung Dem Menschen ist die Weiße Taubnessel schon seit dem frühen Mittelalter ein guter Begleiter. Ihre jungen Triebe galten und gelten als schmackhaftes Gemüse und die Blüten werden schon seit dem frühen Mittelalter zu Heilzwecken genutzt. Auch die Wurzeln können verzehrt werden und wurden damals auch genutzt, um Haare gelb zu färben. Die Heilwirkung der Weißen Taubnessel wird hauptsächlich als entzündungshemmend bei Problemen der oberen Luftwege und der Haut beschrieben und soll gegen Weissfluss bei Frauen helfen. Wegen ihrer Inhaltsstoffe, wie Glycoside, Gerbstoffe, ätherische Öle, Schleimstoffe, Mineralstoffe und Vitamin C, werden ihr blutungsstillende, zusammenziehende, entzündungshemmende, harnfördernde, antibakterielle, schleimlösende, beruhigende und blutreinigende Eigenschaften zugeschrieben. Als Arznei wird sie in Form von Tee, Tinkturen, Gurgelwasser, Umschlägen und Salben gereicht. Gesammelt werden zur Herstellung der Droge die voll entwickelten Blüten ohne den Kelch, die dann möglichst schnell im Schatten getrocknet werden. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen weiße Taubnesselblüten Lamii albi flos.
Sammeln Wer die Weiße Taubnessel selber sammeln möchte, findet sie auf stickstoffreichen und kalkhaltigen Böden. Bevorzugt wächst sie an Wegrändern, Waldrändern, Wiesen, Äckern, in Hecken und Gärten. Man erntet sie bei trockenem Wetter und voller Blüte. Entweder trennt man die ganze Taubnessel ab oder pflückt die einzelnen Blüten. Wie immer gilt natürlich, die Wurzeln in der Erde zu lassen, denn der unterirdische Wurzelstock überwintert und treibt im Frühjahr zahlreiche Blütensprosse und unterirdische Ausläufer. Verwechseln könnte man die Weiße Taubnessel, besonders ohne Blüte, mit anderen Taubnesselarten, mit der Brennnessel, dem Andorn, Hohlzahn und Waldziest. Bevor Ihr eine Pflanze sammeln und nutzen möchtet, solltet Ihr euch immer mit ihren möglichen Verwechslern vertraut machen. Anbauen Wer die winterharte Wildpflanze selber anpflanzen möchte, kann sie im Frühjahr oder Herbst durch Aussaat oder Teilung der Wurzelknollen vermehren. Im Sommer kann man nicht blühende Triebe für die Stecklingsvermehrung nehmen. Die Weiße Taubnessel liebt feuchten Boden und Sonne und erreicht eine Höhe von vierzig und manchmal sogar bis achtzig Zentimeter. Dabei ist es gut zu wissen, dass sie erst im zweiten oder dritten Jahr zur Blüte kommt. In der Zeit davor entwickelt sie eine ausreichende Blattmenge, um die Blüten zu versorgen. Für Pflanzgefäße ist sie nicht geeignet.
Wir freuen uns auf Euch! Nachdem wir den Hummeln und Wildbienen den Vortritt gelassen haben, werden wir einen Teil der Weißen Taubnessel abernten und für unsere Teemischungen trocknen. Wir freuen uns schon darauf, wenn Ihr uns wieder im Garten besuchen kommt und wir die Weiße Taubnessel bei einem guten Tee gemeinsam genauer unter die Lupe nehmen können. Denn sie ist ein prägnantes Beispiel um die wichtigsten Merkmale ihrer Familie, die Lippenblütengewächse, zu betrachten und sich einzuprägen. Steckbrief Weiße Taubnessel / Lamium album 
  • Lebensdauer: mehrjährig
  • Verbreitung: In Europa und Nordasien in den gemäßigten Zonen verbreitet. In zahlreiche weitere Länder, wie Nordamerika oder Neuseeland eingewandert
  • Vorkommen: Wegränder, Waldränder, Wiesen, Äcker, Gärten, Hecken, Schuttplätzen
  • Wuchs: aufrecht, 40 cm Höhe, teilweise sogar bis 80 cm Höhe
  • Blätter: grün, eiförmig, gekerbt
  • Blütezeit: April bis Oktober
  • Blüten: weiß, Lippenblüten
  • Früchte: vierteilige Spaltfrüchte
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch, nährstoffreich
Wir möchten Euch darauf aufmerksam machen, dass unsere Beschreibungen von Heilpflanzen einen Überblick geben sollen, jedoch keine Empfehlung zu Heilanwendungen sind. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzen.

‚Buchstäblich geht online‘ – die zweite Woche

Eine Sprachförderungsveranstaltung im Rahmen des EFRE-Projektes: ‚Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben‘

Da die Teilnehmenden zu Beginn der online-Veranstaltung die Aufgabe bekommen hatten, ein Tagebuch zu führen, wurde in dieser Woche (vom 30.3.- 4.4.) jeden Tag aus dem

vorgelesen und per Sprachnachricht verschickt.

So sieht die Killerkatze dann in Ellas Vorstellung aus:

Am Dienstag, den 31.3., zur Buchstäblich-Zeit wurde mit aufbewahrten Eierschalen und Pappmaché gearbeitet.

Die Eierschalen sollten bemalt und mit Erde gefüllt und darin Kressesamen ausgesät werden. Der Plan war, dass zu Ostern geerntet werden kann. Wie man sieht, ist der Plan aufgegangen, so sehen die Eierhasen von Leandra und Jonathan am Gründonnerstag aus:

In der Vor-Corona-Zeit hatten wir noch im Projektraum der Stadtbibliothek Zählsteine und Zahlungsmittel, wie sie in Frühdynastischer Zeit genutzt wurden, aus Pappmaché angefertigt, (die inzwischen hoffentlich getrocknet sind), was den Kindern besonders viel Spaß machte.

Als neues Projekt wollten wir nun einen Ballon mit Zeitungspapier bekleben zur späteren Verwendung als Osterei/-nest sowie kleine Perlen oder Eier aus Pappmaché formen.

Auch hier konnten sich die Ergebnisse sehen lassen:

Einige Tage später wurde dann mit Photos gezeigt, wie der Luftballon aus dem getrockneten Pappmaché zu entfernen ist, nun waren die Rohlinge fertig zum Gestalten.

Für das Wochenende bekamen die Kinder, wie schon am Wochenende davor, Ideen zum gemeinsamen, familiären Kochen und Backen:

Die dritte Woche „Buchstäblich geht online“, vom 6.4. an, begann mit dem Vorlesen der Fortsetzung der Killerkatze: Die Rückkehr der Killerkatze, wieder als Sprachnachricht verschickt.

Der Dienstagstermin am 7.4. stand ganz im Zeichen des wunderbaren frühlingshaften Osterwetters und wurde direkt aus dem Garten der Angebotsleiterin gesendet.

Die Kinder bekamen Anregungen aus den Büchern:

Ob Gemüse auf der Fensterbank ziehen oder Bohnen pflanzen und ein Bohnenspiel basteln, dafür bleibt im Moment genug Zeit und Muße.

Und trotz allem und immer schön Abstand haltend ist auch in diesem Jahr ein Osterspaziergang im Wald erlaubt. Wer da die Hinterlassenschaften des Osterhasen einsammelt und zuhause in einen Blumenkasten einpflanzt, der wird bald sehen können, wovon Osterhasen sich so ernähren…

Frohe Ostern wünscht Babette Dombrowski

(Sprachförderung, Grüne Bibliothek der Nachbarschaft)

Alle, die gerne an „Büchstäblich geht online“ teilnehmen und die Ideen, aus den Schätzen der Grünen Bibliothek der Stadtbibliothek Tiergarten Süd gehoben, umsetzen möchten, sind herzlich dazu eingeladen und melden sich unter folgender E-Mail-Adresse an: buchstaeblich.geht.online@gmail.com

Nektar der Königinnen

Sie bevölkert den frühen Frühling mehr als je zuvor: Die Purpurrote Taubnessel. Die Witterungsbedingungen der letzten Jahre scheinen ihr besonders zu liegen und so bildet sie vielerorts rosa-getupfte Teppiche. Die zierliche aber zähe Pflanze mit den dunkelrosa Lippenblüten schmückt Gärten, ziert Wege und verschönert Schuttplätze, noch bevor die meisten anderen Frühlingsblüher ihr Konkurrenz machen können. Auch unseren Kräutergarten hat sie sich vorübergehend erobert. Zum Glück der Hummelköniginnen und anderen Insekten, die unsere Insektenwand schon zahlreich besiedeln. Sie alle erfreuen sich an ihrem Nektar und eiweißreichen Pollen. So herrscht im Kräutergarten reges Treiben über dem Taubnesselfeld und die ein oder andere Blüte ist hart umkämpft. Denn die Purpurrote Taubnessel hat mehr zu bieten als die meisten anderen Pflanzen zu dieser frühen Jahreszeit. Neben Pollen lockt sie auch mit wertvollem Nektar. Die Hummelköniginnen, die nun damit befasst sind, ihr Volk zu gründen, legen Honigvorräte an, die sie aus dem Nektar bilden und nutzen den Pollen um ihre ersten Larven zu füttern. Um es den Insekten besonders leicht zu machen, sind die Blütenblätter der Purpurroten Taubnessel, wie bei allen Lippenblütlern, miteinander verwachsen und bilden Unter- und Oberlippe. Damit bietet sie den Insekten auf der Unterlippe einen perfekten Landeplatz um von da aus an den Nektar im Inneren der Blüte zu gelangen. Auf dem Weg dorthin streifen sie Staubblatt und Stempel an der oberen Lippe und sorgen so für Bestäubung und Weiterverbreitung des Pollens. Außer den fliegenden Insekten helfen auch Ameisen der Purpurroten Taubnessel bei ihrer Verbreitung. Sie sind an den nährstoffreichen Ölkörperchen der Samen interessiert. Dazu schleppen sie die Samen eigens in ihren Bau, trennen das Ölkörperchen ab und bringen den Samen wieder hinaus. Sollte sich trotz all ihrer Verlockungen dennoch niemand finden, um der Purpurroten Taubnessel bei ihrer Verbreitung zu helfen, ist sie in der Lage sich selbst zu bestäuben. Kein Wunder also, dass das zähe Pflänzchen uns und den Insekten so zahlreich die ersten Frühlingstage versüßt. Sind ihre Samen einmal ausgebracht, wächst sie schnell und kann pro Jahr drei bis vier Generationen hervorbringen. Manche der Pflanzen blühen auch im Winter und so lässt sich wohl erklären, weshalb der Purpurroten Taubnessel die letzten milden Winter besonders zuträglich waren. Unseren Gemeinschaftsgarten bevölkert sie neben dem Kräutergarten auch an vielen anderen Orten. Diese erste Generation der Purpurroten Taubnessel überlassen wir, bis auf ein paar Handvoll, den Insekten und freuen uns an dem Gedanken, die Hummelköniginnen bei der Gründung ihrer Völker zu unterstützen. Denn die Königinnen sind die einzigen Überlebenden des letzten Jahres und müssen nun ganz alleine dafür sorgen, dass ein neues Hummelvolk unsere Welt belebt. Ein paar der Blüten haben wir geerntet und trocknen sie für Teemischungen, die wir hoffentlich bald wieder mit euch gemeinsam genießen können. Außer für Tee eignet sich die Purpurrote Taubnessel auch zum Verzehr in Salaten oder zubereitet wie Spinat. Manche backen sie auch in Pfannkuchenteig aus. Zum Sammeln trennt man die oberen Spitzen mit Blättern und Blüten ab. Die einzelnen Lippenblüten kann man als Deko für Salate oder Süßspeisen verwenden oder aus ihnen Sirup herstellen. Auch in Smoothies und Suppen wird die Purpurrote Taubnessel verzehrt, denn wie die meisten Wildkräuter bietet sie wertvolle Vitamine, wie Vitamin C und B und weitere Nährstoffe für uns Menschen. Als Heilpflanze ist die Purpurrote Taubnessel weniger populär, als ihre Verwandte, die weiße Taubnessel, doch an mancher Stelle wird sie als entzündungshemmend und die Nierentätigkeit anregend beschrieben. Steckbrief:
  • Botanische Bezeichnung: Lamium purpureum
  • Lebensdauer: einjährig
  • Herkunft: Europa
  • Vorkommen: Gärten, Brachflächen, Äcker, Wegränder
  • Wuchs: niedrig, aufrecht
  • Blätter: grün, eiförmig, gekerbt, oft rötlich überhaucht
  • Blütezeit: April bis Oktober und teils im Winter
  • Blüten: purpurn, Lippenblüten
  • Früchte: vierteilige Spaltfrüchte
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch, nährstoffreich, locker
Purpurrote Taubnessel / Lamium purpureum
 

Rückblick II auf das Gartenjahr 2019 – die Baustelle ist weg!

Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Umweltbildung für Kindern ab dem Kindergartenalter und Familien / Biodiversität/ Kräuteranbau- und Verabreitung

Ein Bericht aus einer Zeit, in der ich noch nie etwas von Corona gehört hatte…

Viel Freude und reiche Ernten bereitet uns unser Kräutergarten.
Kräuter bieten wunderbare und einfach umzusetzende Möglichkeiten, um die Vielflt der Natur kennenzulernen, dazu sind sie wichtige Nahrungsspender für Menschen und Tiere! Gemeinsam mit Familien, Grundschul- und Kindergartenkindern und mit Unterstützung von zwei Kräuterpädagoginnen stellten wir in diesem Jahr eigene Teemischungen her und ernteten frische Wild- und Küchenkräuter zur Herstellung einfacher Gerichte wie z.B. Kräuterbutter,-Salze und Salate.

Hier wurde mit allen Sinnen erfahren und wir nahmen uns wie immer viel Zeit zum sehen, riechen und natürlich zum schmecken!

Im Frühsommer konnten wir dann auch unsere neue Insektenwand aus Holz- und Lehmelementen endgültig einweihen, an der wir seit dem letzten Jahr gearbeitet hatten. Wir hoffen auf viele Neueinzüge im Frühjahr 2020.
Diese Wand liegt am Rande unseres Gartenbereiches mit einer offenen Kiesdecke, der ebenfalls unter dem Aspekt gestaltet wurde, dass Insekten dort einen Lebensraum finden. Es handelt sich dabei um eine offene Kiesdecke, die mit einem Unterboden unterlegt ist und die von nektartragenden Blühpflanzen besiedelt wird.

Viele Wildbienen und andere Insekten finden in diesem Bereich einen Lebensraum. Zudem speichert dieser bedeckte Boden die Feuchtigkeit und hält den zunehmend regenlosen Sommern besser stand.

Seit nunmehr zwei Jahren bildet der Vogel- und Insektenschutz einen Schwerpunkt unserer Umweltbildungsarbeit. Wir haben vermehrt Lebensräume für diese Tiere geschaffen, es werden sicherlich noch neue hinzukommen. Dazu achten wir bei der Auswahl unserer Pflanzen und Gehölze darauf, dass wir eine möglichst lange Blühperiode haben, so dass unser Garten das ganze Jahr über über ein gutes Nahrungsangebot anbietet.
Viele Pflanzen, die im Frühjahr und Sommer Pollen und Nektar für Wildbienen bereitstellen, tragen im Harbst/Winter Früchte und Samen, die vielen Vogelarten als Nahrung zu Gute kommen.
Weltweit sind wir von einem dramatischen Insektensterben bedroht. Insekten sind für den Menschen überlebenswichtig, da sie einen großen Teil der Befruchtung unserer Obst- und Gemüsepflanzen übernehmen. Direkt an diese Nahrungskette angeschlossen sind Vögel, die sich von Insekten ernähren.
Es ist also von enormer Wichtigkeit, darüber zu informieren und in Form eines Schaugartens zu zeigen, welche Möglichkeiten auch in der Stadt bestehen, dem etwas entgegen zu setzen. In jedem noch so kleinen Stadtgarten und selbst auf dem Balkon ist es möglich, Wildbienen und Vögel in ihrer Not zu unterstützen.
So möchten wir im nächsten Jahr mehr Informationstafeln an den jeweiligen Lebensbereichen aufstellen und auch Führungen zu diesem Thema anbieten.

Im Spätsommer 2019 wurden die Bauarbeiten am neu entstandenen Kiez Zentrum Villa Lützow fertig gestellt und der Bauzaun, der uns für Jahre vom sonnigsten Bereich unseres Garten getrennt hatte, fiel!

So machten wir uns daran, den durch die dort gewesene Baustellenzufahrt völlig verfestigten Boden zu säubern und zu revitalisieren, damit wir im nächsten Jahr dort wieder Gemüsebeete als kleine Schaubeete zur Dreifelderwirtschaft anlegen können.
In die Bestellung und Pflege dieser Beete werden Kinder, Familien und engagierte Freiwillige mit einbezogen werden.

Eine schweißtreibende Arbeit, aber da führte nunmal kein Weg daran vorbei, wenn wir im nächsten Jahr diesen Boden wieder bewirtschaften wollen.
Wir säten verschiedene Gründüngungen aus, die den Boden verbessern und deren Wurzeln verdichtete Böden aufbrechen können.

Glücklicherweise konnte dies alles im Frühherbst geschehen, so dass die Saat noch gut aufgehen konnte, um den Boden auch schon im Winter 2019/20 gut bedeckt zu halten und anzureichern.

Wir danken dem Umweltamt Berlin Mitte für die Unterstützung unserer Arbeit und freuen uns auf die nächste Gartensaison!

Geschrieben im Februar 2020

 

Ein Buch der Wünsche für den Kiez

Im Rahmen unseres Angebotes ‚Vernetzung der Nachbarschaft durch den Gemeinschaftsgarten wachsenlassen‘ haben wir im letzten Jahr am Maulbeerbaum, der direkt am Zaun unseres Gartens steht und auf den Bürgersteig hinüberragt, einen Wunschbaum installiert.

Viele kleine und großen Nachbar*innen verweilen seither an dieser Stelle, schreiben ihre Wünsche auf, lesen die Wünsche der anderen.

Diese Wünsche werden von uns regelmäßig gesichtet und aufgeschrieben, so ergibt sich im Laufe der Zeit ein buntes Bild darüber, was sich die Menschen in Tiergarten-Süd für ihr Leben wünschen.

Babette Dombrowski und Akiko Wakayama aus dem Team wachsenlassen haben sich nun daran gemacht, ein kleines ‚Kiez-Wunschbuch‘ mit Texten und Illustrationen zu erarbeiten.

Fröhliches, Nachdenkliches und auch ganz real Kiez-bezogenes, von den Menschen im Kiez für die Menschen im Kiez.

Und: in den schwierigen Zeiten der Corona-Epidemie haben engagierten Nachbar*innen gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus Villa Lützow und anderen im Kiez Zentrum ansässigen Akteuren dem Platz am Wunschbaum noch eine neue Bedeutung zugeteilt.

Es entstand ein gut betreuter Gabenzaun, an dem lebensnotwendige Gaben für bedürftige Menschen aufgehangen werden können.

Alle, die sich an dieser Aktion beteiligen möchten, können dieses nun auf einfachem Wege tun und sind herzlich willkommen!

 

BUCHSTÄBLICH geht online!

BUCHSTÄBLICH ist eine Sprachförderungsveranstaltung im Rahmen des
EFRE-Projektes: ‚Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben‘.

Aus gegebenen Anlass konzentriert sich das Angebot inhaltlich momentan stärker auf die Themen Nachhaltigkeit (Achtsamkeit, Entschleunigung, Selbstreflexion), DIY, Upcycling, Basteln mit Natur- und Alltagsmaterialien, gesunde Ernährung, selber kochen und backen.

Der Themekreis Sprachen, Schriften, Botschaften/Zeichen soll lieber (in hoffentlich nicht allzuferner Zukunft) in der persönlichen Interaktion vermittelt werden.

So setzen die Zwillingsschwestern in unserer neu gegründeten WhatsApp-Gruppe „Buchstäblich“ das nicht Sichtbare, nicht zu Fühlende und nicht zu Hörende der Corona-Krise bildlich um: zu schön, um wahr zu sein! 😉

Am vergangenen Dienstag, den 24.3.2020, zur üblichen „Buchstäblich“-Zeit (eine Veranstaltung, die immer am Dienstagnachmittag in der Grünen Bibliothek der Bibliothek Tiergarten Süd stattfindet und sich an Kinder im Grundschulalter und ihre Eltern richtet) ging „Buchstäblich“ per WhatsApp-Gruppe online.

Die Idee dahinter war, für die Kinder auch zuhause ein Angebot zu schaffen, bei dem sie sich kreativ betätigen und sich untereinander, in Zeiten der physischen Distanz, austauschen können. „Buchstäblich geht online“ hat daher auch einen veränderten Ansatz: wir wollen in dieser Phase unseres Lebens, die für jede und jeden einschneidende Bedeutung haben wird, Kreatives schreiben und gestalten, um sie so immer wieder reflektieren zu können.

Da wir im Moment ja nicht einfach ins Geschäft gehen und Material kaufen können, werden wir findig sein müssen, welche Dinge des täglichen Lebens sich zum Gestalten eignen, wir dürfen gespannt sein!

Aber zuerst ist es wichtig, sich ein Schatzkistchen zu schaffen, in dem alles gesammelt werden kann, was entsteht:

So…

oder so…

oder so:

Für das Wochenende wird es neue Anregungen geben, damit die Kistchen auch gefüllt werden können!

Im Moment erreicht unsere Gruppe 10 Schulkinder mit ihren kleineren Geschwistern und Eltern. Wer neugierig geworden ist und Lust hat mitzumachen, melde sich gerne unter folgender E-Mail-Adresse an:

Babette.dombrowski@t-online.de

Wir freuen uns und es grüßt herzlich, Babette Dombrowski (verantwortlich für die Sprachförderung im Team Grüne Bibliothek)

 

 

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Erste Aussaaten im Gemeinschaftsgarten

In der letzten Woche haben wir unsere ersten Aussaaten vorgenommen und Spinat, Erbsen und Radieschen ausgesät. Die sind ja bekannterweise hart gesotten und können schon zu dieser Jahreszeit ins Freiland. (Dass es dann aber ein paar Nächte später doch plötzlich oder endlich einmal ziemlich frostig geworden ist, berunruhigt die Gärtner*innen nun doch ein wenig, wir werden sehen…)

Da hat wohl jede*r seine eigene Technik.

So konnten wir die Hochbeete von KIDZ e.V./ Familienzentrum Villa Lützow und von Queerformat mit diesen Vorfrüchten füllen.

Erste Ackerstreifen in unseren Schaubeeten wurden vorbereitet, mit der nächsten Aussaat von Erbsen und Zuckerschoten in diesen Bereichen warten wir jetzt aber erst einmal bis zur nächsten Woche.

Was noch alles gemacht wurde: wir konnten endlich damit beginnen, einige ‚Kruschelecken‘ aufzuräumen, die Johannisbeersträucher, die leider im Rahmen der Baustelle in sehr kargen Boden umgesetzt werden mussten, bekamen ein Mulchbett aus Inkarnatklee und der von Jugendlichen des queeren Jugendzentrums angemalte Starenkasten hat noch rechtzeitig ein Plätzchen im Baum gefunden.

Und wie es so ist in einem Gemeinschaftsgarten zu Zeiten des Corona-Virus?

Die Gemeinschaft ist auf einen harten Kern zusammengeschrumpft, wir arbeiten jeweils zu maximal zwei Personen, wobei momentan unser oberstes Ziel ist, die Gemüseaussaaten zu pflegen und zu gegebener Zeit auszupflanzen.

Wir arbeiten auf die Zeiten hin, in denen wir hoffentlich in nicht allzuferner Zeit mit anderen die Ernte teilen können und wenn es nicht anders möglich sein wird, dann übergeben wir die Früchte unserer Arbeit eben am Zaun.

Die Gemeinschaft besteht also weiterhin und ja, wir wissen, dass wir in diesen schwierigen Zeiten noch das Glück haben, den Garten weiter bewirtschaften können.
Aber wir wissen auch, wie wichtig es ist, zu zeigen, dass Menschen, Tiere und Pflanzen gerade in den großen Städten diese Gartenräume brauchen und dass sie am Leben erhalten werden müssen.

Leider lässt sich das wunderschöne Blau des Kaukasus Vergissmeinnicht mit meiner Kamera nicht einfangen. Ein sehr schöner Frühblüher, auch für Kübel geeignet.

 

 

Eine neuer Rasen für die Villa

Nicht nur im Gemeinschaftsgarten wird die Arbeit aufrecht erhalten, Freund*innen und Mitgärtner*innen des Interkulturellen Gartens City auf dem Gelände des Kiez Zentrums Villa Lützow haben sich in der letzten Woche daran gemacht, den durch die Zeit der Bauarbeiten völlig verfestigten Boden zu beleben, damit im Spätsommer wieder neuer Rasen ausgesät werden kann.

Es wurde sich dafür entschieden, erst einmal eine Gründüngung auszusäen, damit der geschundene Boden sich erholen kann.

Dafür wurden spezielle Lupinensorten ausgesät, die später einfach geschnitten und untergegraben werden.

Wie alle Hülsenfrüchte entwickeln Lupinen nicht nur sehr lange Wurzeln. Sie leben auch in Symbiose mit bestimmten Bakterien, die sich in Knöllchen an den Wurzeln befinden. Diese Bakterien produzieren Stickstoff, den sie an die Pflanze abgeben.

Dadurch wachsen Lupinen auch auf sehr sandigen und mageren Böden gut. Sie verbessern die Erde nachhaltig, weil sie ihrerseits den Stickstoff wieder abgeben und damit für neue Nährstoffe sorgen.

(Und falls sie vor dem Schnitt noch zur Blüte kommen, haben die Wildbienen und andere Insekten unseres Gartens auch noch ihre Freude daran)

Ich persönlich freue mich natürlich ganz besonders über diese nachhaltige Vorgehensweise bei der Neuanlage des Rasens. Ich bin sicher, der völlig ausgelaugte Boden wird es uns danken, dass wir ihm erst einmal eine Erholungsphase gönnen, damit sich neues Leben in ihm einfinden kann.

Einen herzlichen Dank an alle, die sich im Garten der Villa angagieren!

Auch wenn wir in sehr schwierigen Zeiten leben: Geniesst die Natur, wo es euch möglich ist. Geht alleine spazieren, schaut aus dem Fenster, setzt euch auf Balkone und Terassen.

Rettet die Gärten!

Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen Lebensraum – in der Stadt und auf dem Land!

Was jede*r selbst tun kann:

Sät Wildblumen oder andere insektenfreundliche Blumen aus. Im Garten, auf Balkonen und Terassen oder auf der Fensterbank. Dazu findet sich überall ein kleines Plätzchen und ihr holt euch ein kleines Stückchen Frühling ins Haus.

Bio-Saatgut dazu gibt es in Bio-Läden/Supermärkten oder auch online zum bestellen.

 

 

 

Bibliothek Tiergarten-Süd: eine kleine Blühwiese entsteht

Umwelt hautnah – Natur verstehen und erfahren

Im Rahmen dieses EFRE-Projektes wird das Profil der Stadtbibliothek Tiergarten-Süd weiter ausgebaut werden hin zu einer Bibliothek als Ort der Kompetenzvermittlung für nachhaltige Lebensweise.
Das Angebotsspektrum der Bibliothek wird sukzessive im Sinne der Nachhaltigkeitsphilosophie erweitert werden und soll zu einer Erhöhung der Außenwirkung beitragen.

Gestaltet werden Schauflächen im Außenbereich der Bibliothek, die zeigen werden, wie ökologisches Gärtnern (auch) in der Stadt möglich ist, anhand von Workshops wird der verantwortungsvolle Umgang mit unserer (Stadt-) Natur und deren Umsetzung in unserem Lebensalltag veranschaulicht.

Diese Themenbereiche werden auch in die Sprachlernangebote der Bibliothek Tiergarten-Süd integriert.

Aufgrund der ernstzunehmenden Bedrohung durch den Corona-Viruns erleben wir momentan viele Einschränkungen unseres öffentlichen, sozio-kulturellen Lebens.

Selbstverständlich mussten auch die öffentlichen Biblitoheken in diesen Zeiten schließen.

Wir bemühen uns, unsere Arbeit aufrecht zu erhalten, indem wir weiter im Aussenbereich arbeiten und dieses online dokumetieren werden.

Auch Babette Dombrowski sucht momentan nach Lösungen, ihr wöchentlich stattfindendes Kultur- und Sprachlernangebot ‚BUCHSTÄBLICH‘ in einer online-Version weiter durchführen zu können. In Zeiten der geschlossenen Schulen möchte sie Eltern und Kinder dabei unterstützen, gemeinsam mit ihr auf Sprachabenteuer zu gehen.

Die Natur hat ihre eigene Zeiten und Rythmen, unabhängig von uns umtriebigen (Stadt-) Menschen.

Um eine Blühwiese zu etablieren, ist es erst einmal wichtig, dass sie zu einer bestimmten Zeit ausgesät wird.

Deshalb handeln wir jetzt, aufmerksam alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen in Zeiten einer Pandemie einhaltend, und möchten den Menschen im Kiez und überall auf der Welt zeigen, wie insektenfreundlich auf Brachflächen, Terassen, Höfen und sogar im Balkonkasten gegärtnert werden kann.

Zur Freude von Menschen und Tieren: für ein blühendes Berlin und lebensfreundliches Berlin, zu dem jede*r beitragen kann!

So haben wir begonnen:
Der vorhandene Bewuchs der ausgewählten Grünfäche wurde sorgfältig in mehreren Arbeitsgängen entfernt.

Vorgefundene Zwiebelgeächse haben wir, soweit wie möglich, erhalten. Da uns der Boden mager genug erschien (die meisten Wiesen mögen keine fette Komposterde!), haben wir darauf verzichtet, ihn weiter mit Sand abzumagern, sondern vor der Aussaat nur sorgfältig geharkt.

Unsere extra vorher gebauten ‚Aussaat-Holz-Schuh-Platten‘ erwiesen sich leider als unnütz: auf dem von uns nicht exakt gerade eingeebnteten Boden waren sie eher holprig als wirksam, aber: ein wackeliger und lustiger Testlauf!
(…und danach wir haben das Saatgut dann mit Schuhen festgestampft so gut es ging)

Nun gut, für diese keline Fläche wird es wohl auch so reichen.

Unter dem weit herausragenden Dachvorsprung des Bibliotheksgebäudes haben wir Schotter ausgestreut, damit dieser, vom Regen kaum berührte Bereich, hoffentlich so wenig wie möglich austrocknen wird.

Danach: wässern!
So sorgsam wie möglich, damit die festgestampften Samen nicht weggeschwämmt werden.

Auch die nächsten Wochen müssen wir darauf achten, dass die ausgesäte Fläche nicht austrocknet, sonst war alle Mühe umsonst.

Und dann:

Absichern und darüber informieren, damit niemand über die frisch ausgeäte Wiese laufen wird. Unaufmerksamkeit bis hin zur mutwilligen Zerstörung sind meistens unsere größte Angste, wenn wir im öffentlich zugänglichen Bereich gärtnern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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